Eine Rassekatze im Leopardenoutfit – das ist die Bengalkatze. Mit ihrem getupften Fell sieht sie zwar aus wie ein wildes Raubtier, aber ihr Wesen ist überaus sanft und liebenswert.


Wilde Vorfahren

Die Hauskatzenzüchtung ist nicht zu verwechseln mit der wilden Bengalkatze (Felis prionailurus bengalensis), einer südostasiatischen Katzenart. Dort ist diese sowohl in tropischen Regenwäldern als auch in Gebirgen oder Halbwüsten anzutreffen. Im Jahre 1963 setzte die amerikanische Biologin Jean Mill die wilde Katzenart erstmals für die Zucht dieser außergewöhnlichen Hauskatze ein. Ihr Ziel war es, eine optisch ansprechende, wildkatzenähnliche und dabei menschenbezogene Hauskatze mit freundlichem Wesen zu züchten. Die wilden Katzen verpaarte sie hauptsächlich mit Egyptian Maus, Abessiniern und American Shorthair. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Seitdem die Katzen zum ersten Mal Ende der 80er Jahre in Europa ausgestellt wurden, wächst ihre Fangemeinde ständig.


Wasser marsch!

Die eindrucksvolle Tupfenzeichnung ist nicht das Einzige, was die Bengalen auszeichnet. Auch für ihre Liebe zum Wasser sind sie besonders bekannt, und so ist für sie – Wasserpfützen, Duschen, Wassernäpfe – überhaupt jede Wasserquelle das Größte. Die Bengalkatze ist sehr aktiv. Sie braucht viel Trubel und mag es gar nicht, den ganzen Tag alleine gelassen zu werden. Wer sich also eine Bengal anschaffen will, sollte genügend Zeit haben und vor allem auch schon über Katzenerfahrung verfügen. Bengalkatzen sind nämlich nicht ganz einfache Hausgenossen: Zwar sind sie keineswegs agressiv, besitzen jedoch ein sehr eigenwilliges Temperament.


Charakter

Bengalen sind Jäger voller Energie, Neugierde und Spieltrieb. Gleichzeitig sind sie sehr zutraulich, aufmerksam, freundlich und verschmust. Besonderes Merkmal: Sie lieben das Wasser. Außerdem brauchen Bengalen viel Platz und natürlich ausreichend Klettermöglichkeiten, um ihren Bewegungsdrang ausleben zu können.


Farbe

Der Bengalen Grundfarben reichen von lichtem Ocker bis rotbraun, die Zeichnungen sind dunkelbraun bis schwarz. Bei den Zeichnungen unterscheidet man zwischen „spotted“ (getupft), „rossetted“ (Rosetten) und „marbled“ (marmoriert). Schneebengalen (Snows) haben als Grundfarben Elfenbein bis Creme mit hellbraunen oder coccolatfarbenen Zeichnungen.


Erscheinungsbild

Bengalkatzen sind mittelgroß bis groß, muskulös und kräftig, aber niemals plump. Die Beine sind sehnig und lang, wodurch der Körper sehr elegant wirkt. Die Bengalkatze hat unter den Kurzhaarrassen das luxuriöseste Fell von allen: Das Fell ist im Idealfell extrem kurz (0,5 – 1 cm) seidig und weich. Manche Exemplare haben das ganze Fell mit golden schimmernden Haarspitzen („Glitter“ genannt) überzogen. Dadurch sehen sie wie mit Goldpuder bestäubt aus. Die Kruppe ist höher als die Schultern, was der Bengalkatze zu enormer Sprungkraft verhilft.


Kopf

Der Kopf ist breit und keilförmig mit kleinen runden Ohren. Die Augen sind groß, oval und ausdruckstark. Typisch sind auch die breite Nase mit den vor allem bei Katern auffallend ausgeprägten Schnurrhaarkissen, auch „Katerbacken“ genannt.


Auszug aus "Mein Tier und ich" 03/07


     updated 03.07.2013                                                                                      © 2017 WildBengals